Allenfalls Kleinigkeiten hat Rezensent Christopher Schmidt an Nikolaus Stingls Neuüberetzung von William Faulkners sprachmächtigem Werk auszusetzen. Ansonsten scheint sich ihm die deutsche Fassung "wie Ballonseide" ans Original anzuschmiegen und der "elefantösen Gewichtslosigkeit" von Faulkners Text absolut gerecht zu werden. Auch wenn der Roman dadurch nicht viel leichter lesbar wird, Schmidt findet hier den tollsten Beweis dafür, dass Mühe und Genuss kein Widerspruch sind. Der anfänglichen Erdenschwere des Textes folgt laut Rezensent nämlich ein Südstaatenepos, das dem Leser mit polyphoner und mehrdimensionaler Struktur, nicht linearer Handlungsführung und allerhand Verzerrungen und Verdrehungen der Wahrheit detektivisches Talent abfordert. Dafür wird der Rezensent beschenkt mit jeder Menge fulminanter Szenen und einem Meisterwerk über Blutschande und Krieg, Brudermord und Homosexualität, das ein ganzes Jahrhundert umfasst.