Tobias Döring hat keinen Zweifel: David Mitchell ist ein großer Erzähler. Das beweist der Autor dem Rezensenten wiederum mit seinem neuen Roman. Nur wovon Mitchell eigentlich erzählt, das vermag Döring nach über 800 Seiten nicht zu sagen. Was als Chicklit, als Geschichte einer 15-jährigen Ausreißerin im Jahr 1984 beginnt, splittert bald mittels Schnitten und Zeitsprüngen auf in weitere Geschichten, die sich über 60 Jahre bis ins Jahr 2043 spannen, erläutert Döring das Wahnsinnsbuch. Doch damit nicht genug. Das realistische Erzählen gleitet laut Döring bald ins Genre des Fantasy-Thrillers hinüber, wandernde Seelen, Psychoduelle und Telekinese inklusive, und fordert der Leserin einiges an Kombinationsgabe ab. Immer neue Wirklichkeitsräume öffnen sich kaleidoskopartig vor den Augen des Rezensenten. Dass Döring das weiter spannend und vergnüglich findet, ist eigentlich ein Wunder. Genau, ein Wunder an Schöpfungskraft, bestätigt der mit- und hingerissene Rezensent.