Man sollte sich lieber gleich von der Vorstellung verabschieden, schreibt Rose-Maria Gropp, das Mann-Frau-Verhältnis als "Sexualisierte-Sprache-ist-Machtsprache-Revue vorgeturnt" zu bekommen. Oder anders ausgedrückt: Klischees werden bei Jelinek nicht bedient, sie bedient sich ihrer. Das, was wir von den Männern zu hören erwarten, legt Jelinek den Frauen in den Mund - gnadenlos, meint Gropp. Längst sind die Frauen nicht mehr Objekte der männlichen Lust, sondern sie sind dem eigenen Begehren, so Kropp, das ihrem Munde in einer so obszönen Sprache entströmt, hilflos ausgeliefert. Als Katalysator dieser weiblichen Ergüsse ruft Jelinek einen Steiermarkschen Polizisten auf den Dorfanger, ein tumber Dorfkrimi würzt das sexuelle Geschehen. Man muss schon sehr herzlich lachen können, meint die Rezensentin, um sich mit "Gier" wirklich zu amüsieren - sollte das eine Kritik sein? Für Rose-Marie Gropp hört der Spaß beim letzten Satz auf, der aus Ingeborg Bachmanns "Malina" zitiert. Für sie die herausfordernde und selbstbewusste Geste einer Autorin, die einer Ikone der Frauenbewegung auf die Finger klopft.