Durchaus lobende Worte findet Rezensent Hartwin Brandt für diese von Pat Thane herausgegebene Kulturgeschichte des Alters, ganz überzeugt hat ihn das Werk dennoch nicht. Den Anspruch, eine umfassende Altersgeschichte der westlichen Welt von der Antike bis zur Gegenwart vorzulegen, die auch sozial- und mentalitätsgeschichtlichen, medizin-, kunst- und kulturgeschichtlichen Aspekte einschließt, kann der Band seines Erachtens nicht einlösen. Zu knapp findet Brandt hierfür den Raum bemessen - zumal auf den dreihundert Seiten noch 230 Abbildungen zu sehen sind. Kritik übt er auch an der Anlage des Bandes. Die Autorinnen und Autoren würdigt er zwar als ausgewiesene Kenner ihrer Spezialgebiete, beanstandet aber, dass sie sich untereinander offenbar nicht abgesprochen haben. Dementsprechend tadelt er das Fehlen von Querverweisen und einer einheitlichen Systematik. Außerdem moniert Brandt, dass viele wichtige kulturgeschichtliche Dokumente zum Thema Alter unerwähnt bleiben. Den größten Vorzug des Bandes sieht er in seinem reichen Bildmaterial. Die zahlreichen Abbildungen aus mehr als zweieinhalbtausend Jahren lieferten "Einsichten und Aufschlüsse über zeittypische Vorstellungen vom Leben, Aussehen und Schicksal alter Frauen und Männer". Bei aller Kritik wertet Brandt den Band als "Fundgrube von Einzelbeobachtungen und Informationen", die wichtige Bausteine für eine Kulturgeschichte des Alters von der Antike bis zur Gegenwart biete.