Eigentümlich weht es Siggi Seuss an aus diesem Jugendbuch, alles kommt ihm so fern und doch so vertraut vor wie die eigene Erinnerung. Es ist diese Mischung aus muffiger 60er-Jahre-Atmosphäre in der Kleinstadt, kleinbürgerlicher Enge, Lektüreerlebnissen und erotischen Fantasien, die den Rezensenten tief in den Bann dieser Geschichte ziehen. Der 14-jährige Charlie wird vom Außenseiter des Ortes überraschend um Hilfe gebeten, denn der hat ein totes Mädchen in seinem Versteck am Fluss gefunden, erfahren wir. Der australische Autor zitiert ausgiebig aus Jugendliteratur aller Art, man könnte sogar behaupten, dass er sich die meisten Motive irgendwo "geklaut" hat, so Seuss freimütig. Das stört ihn aber nicht im Geringsten, denn in der Mischung aus Hochspannung, "Zeitkolorit" und Milieuschilderung ist Silvey ein packender Roman gelungen, der zudem vorzüglich übersetzt ist, wie der Rezensent lobt.