Komplett glücklich wird Rezensent Tobias Lehmkuhl nicht mit diesem Buch. Sarah Lorenz erzählt darin, teils autobiografisch gefärbt, von Elisa, die als junge Frau aus der Provinz nach Köln zieht, fest entschlossen, sich mit Heroin und einem Leben auf der Straße selbst zu zerstören. Die Existenz als Straßenpunkerin, die durch diverse soziale Hilfsprogramme geschleust wird, endet jedoch nicht mit dem Tod, sondern führt unter anderem zu einer imaginären Begegnung mit der Lyrikerin Mascha Kaléko, deren Grab Elisa besucht, referiert der Kritiker. Insgesamt wird viel, vielleicht etwas arg viel gefühlt in diesem Buch, findet er, die Erzählerin ist zwar, wenn sie auf ihr Leben zurückblickt, bereits an die 40, aber der Text, der von ihren Erfahrungen berichtet, sei im schwärmerischen Teeniestil verfasst, auch da etwa, wo sie von ihrer einen großen Liebe schreibe. Humor hat die Autorin bei alledem schon auch, hebt der Rezensent hervor, dennoch geht ihm die emotionale Dramatik, auf die Lorenz hinaus will, irgendwann auf die Nerven.