Rezensentin Katharina Granzin läuft gerne in den kleinen eskapistischen "Lesehafen" ein, den ihr Mathijs Deens ruhiger Krimi bietet. Er erzählt von zwei Wattwanderern, die eine durch die Gezeiten nur selten mögliche Wanderung durch das Wattenmeer zwischen Deutschland und Holland unternehmen und von denen nur einer zurückkehrt. Wie dabei immer mehr von der "nicht spannungsfreien" Beziehung der Wattwanderer - einen Dritten im Bunde gab es auch noch, der aber nicht Teil der Wanderung war - ans Licht kommt, sei dabei die eine Ebene; interessanter findet Granzin aber die Ebene des Grenzkonflikts, da die Leiche auf deutsch-holländischem Boden gefunden wurde und die Zuständigkeiten nicht klar sind. Zwar bei Weitem keine "nervenzerreißende Spannung", aber ein ruhiger Lesesog und eine "schöne Mischung" aus Krimi, Landeskunde und literarischem Anspruch, so die Rezensentin.