Rezensentin Susanne Billig liest bei Rebekka Endler, welche Mythen auch heute noch dafür sorgen, Frauen zu unterdrücken: In ihrem anregenden Buch zeigt sie, wie "Normal" ein Begriff ist, der von kulturellen Vorstellungen geprägt und zur Diskriminierung eingesetzt wird. "Male Gaze" werde anhand von True Crime erläutert; überdurchschnittlich oft sei ein "junges, weißes, cis-Exemplar" das Opfer, das gerettet werden müsse. Endler schreibt Billig zufolge auf Basis einer Vielzahl von Quellen und in einer spannenden Mischung aus Kulturkritik und Naturwissenschaft, wie sich der männliche Standard durchsetzen konnte und weiterhin durchsetzt. Nicht alle Thesen erscheinen ihr neu, aber die Art, wie Endler analysiert, findet sie überraschend und zeitgemäß.