Mit wenigen Abstrichen positiv bespricht Rezensentin Judith von Sternburg Mareike Fallwickls Roman, der sich um drei Großstadtmenschen beziehungsweise Erzählperspektiven dreht: Nuri, ein Fahrradkurier, Elin, eine Influencerin, die mit vielen Männern schläft und Ruth, die als Pflegerin im Krankenhaus arbeitet. Prekäre Arbeitsverhältnisse werden thematisiert, erfahren wir, und auch allgemeiner die schlimmen Erfahrungen, die man in der Welt machen kann - aber auch die utopische Idee, dass Frauen ohne Männer auskommen könnten. Tatsächlich legen sich, heißt es weiter, die Frauen irgendwann einfach auf den Boden und stehen nicht mehr auf. Die Geschichten der drei Hauptfiguren sind laut Sternburg lose miteinander verknüpft, daneben kommen außerdem eine Gebärmutter und eine Pistole zu Wort. Letztere ist etwas zu hemdsärmelig angelegt, findet die Rezensentin, die außerdem moniert, dass sich gegen Ende etwas arg viel Pathos einschleicht. Trotzdem ein starkes, sehr gegenwärtiges Buch, so das Fazit.