Rezensentin Ilma Rakusa hält Szczepan Twardochs Fortsetzung der Geschichte des jüdischen Boxers Jakub Shapiro für "heavy stuff". An die Nieren geht ihr vor allem, was der Autor über das Schicksal der Juden im Warschauer Ghetto erzählt, doch so hoffnungslos sie das stimmt, es geht auch um Liebe im Buch. Die Erzählung scheint Rakusa rasant, kunstvoll in der Struktur, souverän übersetzt von Olaf Kühl. Dass Twardoch aus der Doppelperspektive von Shapiros Sohn und seiner Geliebten erzählt und die beiden quasi mit Allwissenheit ausstattet, scheint ihr ein raffinierter Kunstgriff zu sein. Wer nach Heldengeschichten, Deutungen oder Trost sucht, wird enttäuscht, warnt Rakusa, wer sich meisterhaft gestaltete Figuren wünscht, die vor einem drastischen Zeithintergrund agieren und deren Lebensfäden kunstvoll verknüpft sind, wird dagegen fündig.