Daniel Ender hat Oliver Sacks' neues Buch über den Einfluss von Musik auf das Gehirn überwiegend lobend aufgenommen. Er attestiert dem Neurologen und Bestsellerautor, nicht nur die neurologischen Grundlagen der Musikalität darzulegen, sondern sich auch mit einer Vielzahl von Störungen und Anomalien, Fällen völliger Amusie, Problemen bei Berufsmusikern und dem therapeutischen Wert von Musik - etwa bei Parkinson-Patienten zu befassen. Eine Stärke des Autors sieht er darin, bei den zahlreichen Fallgeschichten immer auch die Menschen in ihrer Individualität im Blick zu haben und sie nicht auf "Fälle" zu reduzieren. Außerdem lobt er die gut verständliche Vermittlung neurologischer Zusammenhänge sowie die lebendige, humorvolle und optimistische Darstellung überhaupt. Vorsicht ist seines Erachtens allerdings bei Sacks' Gebrauch musikalischer Fachbegriffe geboten, merkt er hier doch, dass der Autor, trotz seiner einfühlsamen Liebe zur Musik, ein, wenn auch "sehr kundiger" Laie ist, dem bisweilen Fehler unterlaufen.