Einen "auf sechshundert Seiten ausgewälzten Versuch über das Tabu und seinen Bruch" erblickt Rezensent Tobias Rüther in Tom Robbins' Roman "Völker dieser Welt, relaxt!". Dabei hat sich Robbins kräftig bei Joseph Conrads "Heart of Darkness" bedient, findet Rüther: Zwar strahle Robbins' "geschwätzige Prosa" ein wenig zu hell für Conrads verhängten Himmel. Doch Conrads Einfluss ist für Rüther "überdeutlich". Für die nicht eben neue Erkenntnis, dass Gesellschaften sich durch Verbote, die abstoßen und locken, ordnen, scheuche der Autor seine Hauptfigur, den CIA-Mann Switters, über die Kontinente, durch Sinnkrisen und in allerlei Betten. "Unverkennbar" bei Robbins ist für Rüther der Stempel der späten amerikanischen Sixties. "Was sie prägte", so Rüther, "legt der Autor bis heute in seine Romane hinein, die gemeinhin als 'Kult' gelten: Drogen, freie Liebe und Vietnam, Verschwörungstheorien, Transzendenz und fernöstliche Weisheit." Das gilt auch für sein jüngstes Buch. "Ein Karneval der Kulturen", resümiert der Rezensent, "der lärmend durchs 'global village' zieht."