"Dekonstruktivismus und Postkolonialismus als Kitsch, das hatten wir noch nicht", stellt Rezensent Michael Rutschky nach vollzogener Lektüre dieses Romans naserümpfend fest. Und fast ist er sogar voll des Respekts, dass es diesem irisch-amerikanischen Autor gelang, auch noch den Holocaust an den Zigeunern, den sozialistischen neuen Menschen, Proust und das Schreiben als solches in seinem Buches zum Thema zu machen. Als dessen Zentrum beschreibt er das Roma-Mädchen Zoli, dass mit ansieht, wie die Nazis seine Großfamilie in einem Teich ertränken und das als Erwachsene schließlich die Gesänge seines Volkes aufzuschreiben beginnt. Schwere Seufzer des Rezensenten dringen immer wieder durch die opulente, ironisch gefärbte Schilderung der (offenbar recht unwahrscheinlichen) Ereignisse. Besonders beeindruckt ist Rutschky, wie gesagt, dass es Colum McCann auch noch gelingt, die dekonstruktivistische Theorie des L'autre in puren Kitsch zu überführen. Doch hatten wir das wirklich noch nicht?