Obwohl Thomas E. Schmidt von "Tiefland" und seinen Figuren nicht unberührt bleibt, fragt sich der Rezensent doch, ob Jhumpa Lahiris literarisches Arsenal nicht doch begrenzter ist, als die Lobeshymnen auf ihren 'plain style' es vermuten lassen. Die Setzungen dieses neuen Romans erscheinen Schmidt zu schematisch: zwei Brüder in Indien, von denen einer ein gutaussehender Heißsporn ist, der sich aus tiefer maoistischer Überzeugung den Naxaliten anschließt - die man sich wie eine "bengalische RAF" vorstellen könne -, und schließlich umgebracht wird, der andere ein unscheinbarer, vorsichtiger Mensch, der in die USA emigriert und Wissenschaftler wird, den Tod des Bruders nicht verkraftet und dessen Frau zweckheiratet, um sie vor dem "Witwenmartyrium im Haushalt der Schwiegereltern" zu bewahren, fasst der Rezensent zusammen. Letztlich ist diese Witwe, eine junge Philosophin, die Rettung des Romans, findet Schmidt, weil sie sich den fixen Schemata entziehe.