Kurzer Titel, riesiger Ehrgeiz, meint der Rezensent Martin Krumbholz, und Doch sei das Buch, summa summarum, eine Enttäuschung. Die Konstruktion: Ein Ich-Erzähler zwischen Leben und Tod, dessen Vergangenheit abrollt vor den Augen des Lesers. Bis ein anderer das Erzählen übernimmt, ein Herr Sam Kurthes (das ist, mehr oder weniger, ein Anagramm des Autors), also handelt es sich um "Konzeptkunst", um "Experimentieren mit dem Erzählen". Wogegen nichts spräche, versichert der Rezensent, könnte das irgendwie fesseln. Es fesselt ihn aber nicht (wie Kraussers Roman "Thanatos" es noch getan hat). Obwohl auch ein Krimi-Plot drinsteckt, obwohl es höchst intelligent konstruiert ist und Anschluss sucht an romantische Ironie-Theorie. Woran liegt's? Zu "flach" und "flächig" sei Krausser die Hauptfigur geraten, zu austauschbar ziehen die Frauen vorüber. Am Oberflächenmenschen, den er sich zum Helden erkoren hat, könne der Autor, vermutet Krumbholz, kein rechtes Interesse entwickeln. So bleibt dem Roman nur die Flucht ins Experiment. Die dann auch nicht mehr hilft.