Paolo Giordanos neuer Roman "Der menschliche Körper" erzählt vom Afghanistankrieg, von den Mitgliedern einer italienischen Kompanie, die inmitten eines wüsten, fremden Landes einander und den eigenen Trieben ausgeliefert sind, berichtet Maike Albath. Es gibt keinen eigentlichen Protagonisten in dieser Geschichte, erklärt die Rezensentin, Giordano stellt die Gruppendynamik in den Vordergrund, die Machtkämpfe, Demütigungen, die Langeweile, das Heimweh. Der Krieg bleibt zunächst abstrakt, erst am Höhepunkt der Erzählung wird das Kampfgeschehen real, als die Kompanie einen afghanischen Transport durch ein Tal eskortieren soll und angegriffen wird, verrät Albath, die angesichts der Entwicklung, die der Autor seit seinem Erfolg "Die Einsamkeit der Primzahlen" durchgemacht hat, schon auf das nächste Buch gespannt ist.