Read-Bait könnte man das nennen, was Rezensentin Judith von Sternburg uns hier entgegenwirft: Rätsel, Herausforderungen der Art "darauf werden Sie nie kommen", kleine Appetit-Häppchen von jener perfekt konstruierten, hochdramatischen Satire, für die es laut Rezensentin kein Lobeswort zu viel geben kann, selbst wenn der Autor es am Ende vielleicht ein wenig zu bunt treibt, und selbst wenn die Übersetzer eventuell nicht immer die treffendsten Worte gefunden haben. Nichts in diesem Roman ist dem Zufall überlassen, lesen wir, jedes Detail hat seinen Platz und seine Bedeutung für die große, ganze Geschichte, die da ist: eine Geschichte über Geschichten, über die Realität als Erzählung oder auch über die "arglistige, freundliche, dumme, tödliche Unwahrheit", wie von Sternburg es ausdrückt. Wovon Hill schreibt, das repräsentiert "Wellness" selbst - herrliche, betörende, vollendete Künstlichkeit. Dass der Autor seine Erzählung über eine im Laufe der Jahre ernüchterte Liebesbeziehung in die Zeit kurz vor Trump, vor Fake News, vor dem Siegeszug der Verschwörungsmythen, in die Jahre 1993 und 2010 bettet, ist nicht nur witzig, sondern auch logisch, wenn man davon ausgeht, dass man erst den Wahnwitz von gestern begreifen muss, um den Wahnwitz von heute verstehen zu können. Mehr über diesen Wahnwitz weiß man zwar nicht nach der Lektüre, und doch bietet "Wellness" einen Überblick, und das auf die denkbar unterhaltsamste Weise, schließt die begeisterte Rezensentin.