Der hier rezensierende Heribert Prantl hat viel Lob und ein wenig Tadel für den zum Schriftsteller gewordenen Strafverteidiger Ferdinand von Schirach. Für Prantl ist Schirach ohne Frage ein "geschickter Protokollant" der Abgründe, die aus Menschen Verbrechern machen. Die Sprache, derer sich der Autor dabei bedient, ist "nüchtern, furios karg, staubtrocken". Prantl stört sich jedoch ein bisschen an den Momenten, in denen Schirach allzu literarisch auftritt, und ziemlich stark an jenen, in denen Schirach als Ich-Erzähler in Erscheinung tritt. Hier beschlich Prantl mitunter das Gefühl, eine Werbeschrift für die Kanzlei Schirach in der Hand zu halten. Trotzdem überwiegen in den Augen des Rezensenten Schirachs Verdienste. Er sei zwar nicht der erste schreibende Anwalt, doch vermeide er erfolgreich "das Anekdotische, das Juristengeburtstagsgeschenkmäßige", das seinen Vorgängern anhaftete.