Brutale Lebensverhältnisse, in biederer Sprache geschildert, fasst Rezensent Martin Lüdke seinen Eindruck vom Debütroman der Open-Mike-Siegerin 2005 zusammen. Drogentod, sexueller Missbrauch, soziale Verwahrlosung - kein gesellschaftlicher Missstand würde im insgesamt "trüben Geschehen" dieses Romans ausgelassen, und ins Stereotype gewendet. Aber das Mitleid des Rezensenten für die geschilderten Unglücksmenschen hält sich am Ende in sehr deutlichen Grenzen, da ihm das gehäuft auftretende Elend nicht sehr glaubwürdig erscheint und er die Autorin schließlich ermahnen muss, dass Authentizität nicht allein das Ergebnis ästhetischen Kalküls sei.