Sehr gute Noten vergibt Rezensentin Christiane Pries an diese Studie, die sie als Versuch beschreibt, Leben und Werk des Liebespaars Hannah Arendt und Martin Heidegger aus einem "gemeinsamen geistigen Milieu" heraus zu entwickeln. Obgleich auch Antonia Grunenberg dabei gelegentlich ins Romantisierende und Spekulierende gerate, findet Pries den Ton grundsätzlich eher sachlich. Es beginne mit den zwanziger Jahren und dem Beginn von Arendts Affäre mit dem verheirateten Philosophen und ende mit Arendts Tod 1975. Das eigentliche Skandalon dieser Affäre, so Pries, war nicht die anderthalbjährige Liebesbeziehung vor Arendts Exil, sondern die Tatsache, dass sie nach dem Krieg die Freundschaft mit Nazisympathisanten Heidegger wieder aufnahm, so die Rezensentin. Spektakulär Neues erfahre man nicht aus diesem Buch, weshalb man um die einschlägigen Standardbiografien und Spezialuntersuchungen nach wie vor nicht herum komme. Bestechend findet die Rezensenten die vorliegende Schilderung jedoch als "Sittenbild" und "Kulturgeschichte", deren Attraktion das Panorama verschiedenster, akribisch zusammengetragener Details aus den geistigen und akademischen Milieus von Arendt und Heidegger zu sein scheint, in dem auch Nebenfiguren der persönlichen und professionellen Netzwerke beider ungewöhnlich viel Raum gegeben werde.