Achim Landwehr bespricht zwei Bände Peter Blickles zum "Kommunalismus": Band 1 befasst sich mit "Oberdeutschland" und Band 2 mit "Europa".
Landwehr erläutert zunächst, um was es bei dem von Blickle geprägten Begriff des Kommunalismus überhaupt geht. Und so erfährt der Leser, dass es sich dabei um die Bestrebungen von Gemeinden handelt, die sie betreffenden Angelegenheiten weitestgehend in die eigene Hand zu nehmen. Blickle habe dies in seinen zwei Bänden auf "unorthodoxe, aber umso erhellendere Weise" erforscht. Wichtigstes Ergebnis im ersten Band (der sich mit dem oberdeutschen Raum befasst) ist dabei nach Landwehrs Ansicht, dass die Gemeinde hier politisch wesentlich stärkeren Einfluss hatte als das von Historikern bisher gemeinhin angenommen wurde. Überraschend scheint dem Rezensenten die besondere Bedeutung des Sozialen, des Gemeinwohls aber auch der Frieden, der für den Kommunalismus kennzeichnend war.
Schwerpunkt des zweiten Bandes ist, so Landwehr, der europäische Vergleich, wobei der Rezensent andeutet, dass sich auch hier neue Sichtweisen ergeben (die er aus Platzgründen jedoch nicht näher erläutert). Lobenswert findet der Rezensent an dieser Studie vor allem, dass Blickle nie versuche, "die gesamte europäische Geschichte ausnahmslos kommunalistisch umzudeuten" und dass es ihm gelungen ist, sowohl den Kommunalismus Oberdeutschlands mit Europa in Beziehung zu setzen, wie auch "die kommunale Praxis zur Herrschaft und zur politischen Theorie".