Rezensent Adam Soboczynski bespricht, ziemlich begeistert, Christian Krachts neuen Roman im Rahmen eines Gesprächs, das er mit dem Autor in Kolkata führt. Hauptfigur ist ein Innenarchitekt namens Paul, der den Auftrag erhält, die Farbe Weiß perfekt zu malen, dann aber, während er in einem Datencenter unterwegs ist, aufgrund einer Sonneneruption in eine Parallelwelt geschleudert wird. In der lernt er unter anderem ein Mädchen namens Ildr kennen, die Freundschaft zwischen den beiden findet Soboczynski ausgesprochen rührend. Im Kern handelt dieses anspielungsreiche Werk von der traumartigen Macht der Literatur selbst, die immer wieder neue Geschichten erfindet und eigengesetzliche Welten erschafft, analysiert der Rezensent. Kracht neuer Roman ist utopischer, freundlicher als "1979", in dem die Hauptfigur ebenfalls ein Innenarchitekt war, meint Soboczynski. Er ist froh darum. Mit dieser eskapistischen, eleganten Literatur, die sich den Glauben an die Schönheit bewahrt hat, kann er gut leben.