Rezensent Jürgen Gottschlich kann dieses Buch seines früheren taz-Kollegen und heutigen Welt-Reporters Deniz Yücel natürlich nicht mit Distanz lesen. Er verfolgt vielmehr berührt, wie Yücel über seine Haft in der Türkei schreibt, die Liebe zu seiner Frau Dilek und die Versuche der deutschen Regierung, ihn freizubekommen. Aber Gottschlich betont auch, dass Yücel nicht nur über seinen eigenen Gefängnisalltag schreibt, sondern auch die vielen anderen türkischen Journalisten miteinbezieht, die unrechtmäßig inhaftiert sind. Und auch wie sich Yücel vor dem größten türkischen Dichter, Nazim Hikmet, verneigt, der ebenfalls in die harte "Schule der Nation" gehen musste, flößt dem Rezensenten Respekt ein, der auch betontn, dass Yücel dem saloppen Untertitel zum Trotz in diesen Aufzeichnungen einen sehr ernsthaften Ton anschlage.