Rezensent Helmut Böttiger liest aus Maxim Leos bewegter und bewegender Familiengeschichte Hoffnung heraus. Dass sich die Enkelgeneration der mit Holocaust und Flucht konfrontierten Familienmitglieder über das Internet vernetzen und nach Berlin zurückkehren, scheint ihm bemerkenswert. Leos Buch befasst sich vor allem mit den Biografien dreier Frauen, die im Exil jeweils ein neues Leben beginnen konnten, mit Leos Großtante und ihrer beiden Cousinen. Die Recherche des Autors führt Böttiger zu unbeschwerten Jahren ins Berliner Umland, zu Waldmeisterlimo, in die Berliner Boheme, zur Gründung der KPD und schließlich über Paris nach Israel und in die DDR. Leos Sprache scheint Böttiger mitunter allzu dezent, die Konzentration auf drei Lebenswege findet er allerdings sinn- und effektvoll.