Irgendwie seltsam findet es Rezensent Detlef Kuhlbrodt, nach Karl Ove Knausgard wieder Joachim Meyerhoff zu lesen, der in seinem auf sechs Bände angelegten Zyklus in ähnlich extremistischer Ausführlichkeit sein Leben erzählt. "Ach, diese Lücke" ist der dritte Band, und Meyerhoff schreibt darin über seine Zeit an der Schauspielschule in München, vor allem aber über seine bürgerlichen Großeltern, bei denen er zu jener Zeit wohnte und deren Parcours durch den Alltag fest abgesteckt war durch "Ritual, Disziplin und Skurrilität". Wenn Meyerhoff vom Schauspielen erzählt, erkennt Kuhlbrodt, worauf sich die Lücke des Titels bezieht: auf das Nebensichstehen, den ständigen Zwang, sich selbst zu analysieren. Was im Leben und beim Schauspielen etwas Krampfiges hat, zahlt sich beim Schreiben eher aus, vermutet Kuhlbrodt, der das Buch ganz prima findet, wenn auch nicht so unbeschwert und nicht so komisch wie die beiden vorangegangenen Bände.