Michael Chabons "Telegraph Avenue" ist ein potenzielles Lieblingsbuch, berichtet Ijoma Mangold begeistert. Der Roman dreht sich um die zwei Besitzer eines kleinen Plattenladens in Oakland, den weißen Nat Jaffe und den schwarzen Archy Stallings, und überhaupt geht es viel um das eigentümliche Verhältnis von schwarzer und weißer Kultur in dieser Ecke der USA mit ihren diversen Subkulturen und um die wenigen Nischen, die der musikalische und gesellschaftliche Mainstream detailverliebten Anhängern der heutigen Kulturproduktion noch lässt, fasst der Rezensent zusammen. Jeder Satz dieses Buches kann "soziokulturell decodiert" werden, meint Mangold, in gewisser Weise erzählt Chabon mit dem gleichen feinen Gespür für subtile Distinktionen, die seine beiden Protagonisten der Musik entgegenbringen. Damit ist der Reichtum dieses Buches aber noch lange nicht erschöpfend dargestellt, so der Rezensent, weshalb er dringend empfiehlt, das Buch einfach selbst zu lesen - selbst wenn man nur einen Bruchteil der Nuancen entdeckt, die Chabon eingebaut hat, lohnt die Lektüre unbedingt, verspricht Mangold.