Rezensentin Verena Lueken hat Dave Eggers' neuer Roman "Ein Hologramm für den König" nicht unberührt gelassen. Denn, auch wenn die Kritikerin mit dem hier Briefe an seine Tochter schreibenden Protagonisten zunächst nicht viel anfangen kann, bleibt sie nach der Lektüre melancholisch zurück: Solche eher soziologischen als literarischen Typen, die nicht wissen, wo ihr Platz in der Welt ist, zu viel trinken und über ihre Misserfolge ihre "Potenz einbüßen", wird es in der kommenden Literatur wohl noch häufiger geben, glaubt Lueken. Wenn sie allerdings so lesenswert geschildert werden wie Eggers' Held Alan Clay, kann die Rezensentin gut damit leben. Jenen Alan begleitet sie auf eine skurrile Reise nach Saudi-Arabien in die King Abdullah Economic City, wo der in den USA an der Globalisierung gescheiterte Fahrradproduzent versucht, mit dem König ein Geschäft zu machen. Mit großem Interesse liest die Kritikerin von dem Reichtum am Golf, aber auch von der fehlenden Kultur und der Armut in den Wüstenstädten. Auch wenn der Autor, laut Lueken, bisweilen zu viele Klischees bemüht, kann sie diesen Roman empfehlen.