Kein Zweifel, Jörg Häntzschel ist von diesem Buch enttäuscht. Zum einen bescheinigt er Bellow ein gehöriges Maß an Eitelkeit, die sich allein schon darin äußere, dass er letztlich keine Biografie des Freundes verfasst habe, sondern eher ein Porträt ihrer gemeinsamen Freundschaft. Zum anderen sieht Häntzschel hier auch ein Zeugnis der unterschwelligen Rivalität zwischen beiden, die der Rezensent auf "beträchtliche Unsicherheit des Autors gegenüber Bloom" zurück führt. "Peinlich" ist das, so Häntzschel. Eine der größten Schwächen dieses Buchs sieht der Rezensent darin, dass Bellow eigentlich nicht erzählt, sondern lediglich Behauptungen aufstellt und "referiert", wobei sich dem Rezensenten der Eindruck aufdrängt, dass Bellows Schilderungen nicht immer ganz der Wahrheit entsprechen. Ein weiterer Aspekt, den er bemängelt, sind die zahlreichen Wiederholungen und "klappernden Sätze" (wofür er auch Beispiele anführt), die seiner Ansicht nach das Buch durchziehen. Da helfen, so Häntzschel, auch "etliche unterhaltsame Anekdoten" nicht.