Detlef Kuhlbrodt bringt diesem autobiografischen Roman von Joachim Meyerhoff schon deshalb Sympathie entgegen, weil beide, Autor und Rezensent, dieselben norddeutschen Wurzeln teilen, wie Kuhlbrodt bekennt. Aber nicht nur die schleswig-holsteinischen Kindheitserinnerungen, sondern auch jene Passagen, in denen Meyerhoff seine Zeit als Austauschschüler in Wyoming schildert, haben den Rezensenten berührt. Ein "best of Jugend" sei das Ganze, vorgetragen in einem zurückhaltenden Ton, der Ernsthaftigkeit und Komik vereint. Spiegel sind ein hervorragendes Motiv, stellt Kuhlbrodt ferner fest: So registriere der Erzähler immer wieder mit amüsierter Verwunderung, wie sein Spiegelbild sich im Laufe der Jahre verändert. Es ist diese Distanz des Erzählers zu sich selbst, die Tatsache, dass sich "der Autor immer wieder seiner selbst vergewissert", die es dem Rezensenten offensichtlich angetan hat.