Ein Kinderbuch, das junge Leserinnen und Leser in die Kapitalismuskritik einführen soll - da ist Skepsis "natürlich" vorprogrammiert, auch bei Rezensent Thore Rausch, der einerseits erkennt: Kinderliteratur war wohl niemals frei von Ideologie. Andererseits erscheint ihm der "ideologische Überbau" dieser Abenteuergeschichte dann doch etwas arg. Unter diesem Überbau jedoch spielt sich die Geschichte von Karl und Rosa ab, deren Insel "Feudalia" von profitgierigen Kapitalisten heimgesucht wird, und die der Rezensent als durchaus gelungen empfindet. Wer von diversen Holzhammer-Botschaften und didaktischen Parforce-Ritten genervt ist, wird durch einige humorvolle Einfälle wieder versöhnt, lesen wir. Und auch die Illustrationen von Nick-Martin Sternitzke sind ein echtes Vergnügen. Dass nun in den Kinderzimmern die große Revolution gestartet wird, davor braucht sich niemand fürchten, beruhigt der Rezensent die besorgte bürgerliche Elternschaft.