Vor allem Jugendlichen empfiehlt Rezensent Christoph Vormweg Abigail Assors Debütroman. Er erzählt die Geschichte einer sechzehnjährigen, in Casablanca in Armut lebenden Französin namens Sarah, die von einem reichen Mann träumt und bitter enttäuscht wird. In "eingängiger, genauer" Sprache, von Nicola Denis "ausgezeichnet" übersetzt, beschreibe die Autorin, wie Sarah anfangs noch davon überzeugt ist, ihre Armut gekonnt zu verstecken, dann aber schnell vom reichen Driss eines Besseren belehrt wird. Die schmerzhafte Einsicht, dass auch hinter dem vermeintlichen Oberschichtsglück patriarchale Unterdrückung lauert, werde dabei durchweg spannend beschrieben. Außerdem lobt der Kritiker Assors scharfen soziologischen Blick und die "atmosphärisch dichten Szenerien" in den Straßen Casablancas.