Als "glücklicher Spanienkenner" präsentiert sich Cees Nooteboom in seinen "Geschichten über Spanien", berichtet Rezensent Christoph Bartmann. Besonders das "Flair der heiteren Vertrautheit mit den mediterranen Verhältnissen", die Nootebooms mit fotografischen Fundsachen garnierte Reiseskizzen auszeichnen, hat Bartmann gefallen. Das Menorca, auf dem der Autor seit einigen Jahrzehnten die Sommermonate verbringt, hat mehr Ähnlichkeit mit Benjamins Balearen als mit dem Ballermann nebenan, stellt Bartmann fest. Neben Nootebooms Auswertungen der Tagespresse finden sich in dem Band auch "liebevolle Porträts" seiner Inselnachbarn sowie politische Kommentare, etwa zum Separatismusproblem in Spanien, bemerkt Bartmann. Er hebt hervor, dass Nooteboom nicht an Spanien zweifelt: trotz Separatismus, Massentourismus und dem höchsten Whiskykonsum der Welt - Symptome der Veränderung, die Nooteboom in einer im Auftrag der Zeitung "El Pais" verfassten Reportage beiläufig erwähnt. Beim Weinfest in Frailes in Andalusien jedenfalls vertraue er seinem Notizbuch an, in Spanien ändere sich nie etwas. Und wenn doch, dann unter Umständen sogar zum Besseren. "Wer so ein Land zur zweiten Heimat hat", schließt Bartmann, "der hat es gut getroffen."