Rezensent Jörg Magenau hat Barbara Bronnens neues Buch "Meine Väter" mit gemischten Gefühlen gelesen. Einmal mehr setze sich die Autorin mit ihrer problematischen Familiengeschichte auseinander, so der Kritiker, der das Buch als "atemberaubende" deutsch-jüdische Familiensaga lobt. Interessiert liest er von den Gemeinsamkeiten zwischen Barbara Bronnens Großvater, Ferdinand Bronner und ihrem Vater Arnolt Bronnen, die nicht nur beide als Dramatiker wenig Erfolg hatten, sondern auch zeitlebens gegen ihre jüdische Herkunft kämpften: Während sich der Großvater nach seiner Konversion zum Protestantismus von Eliezer in Ferdinand umbenannte, änderte der Vater, der zunächst ein Propagandist der Nazis war, seinen Namen in das germanische "Bronnen" und setzte 1941 mit einer Vaterschaftsklage durch, dass seine Mutter in der Hochzeitsnacht vom Pfarrer "im Schlaf geschwängert" worden sei. Dass Barbara Bronnen allerdings ohne ausreichende Beweise behaupte, der Vaterschaftsprozess sei ein gemeinsamer Plan von Vater und Sohn gewesen, um auch Ferdinand Bronner vor der Deportation durch die Nazis zu schützen, erscheint dem Kritiker allerdings als allzu sentimentaler Versöhnungswunsch der Autorin - nicht zuletzt mit ihrem eigenen Vater. Darüber hinaus haben den Rezensenten zahlreiche Nebensächlichkeiten und "pseudo-objektive", kursiv gesetzte Einschübe, in denen die Autorin in der dritten Person zu sich selbst spricht, gestört.