In einem Städtchen mit Namen "Pluto" spielt dieser jüngste Roman von Louise Erdrich, der Tobias Döring ziemlich begeistert. Zwar merke man dem Buch an, dass es aus verschiedenen, zuvor separat veröffentlichten Kurzgeschichten zusammengesetzt ist. Wie Erdrich diese aber in der Spiegelung von Motiven in- und gegeneinander zu montieren verstehe, das macht, findet er, ihre große Kunst gerade aus. Im eigentlichen Plot geht es um eine Jahrzehnte zurückliegende Geschichte, bei der Indianer unschuldig gelyncht wurden. Dazwischen aber werden viele unspektakuläre Momente und Motive geschoben, so dass ein sehr überzeugendes Porträt der Kleinstadt und ihrer Bewohner entsteht. Und weil Erdrich viele Register zieht, sich auf "Witz und Poesie, Lakonie und Pathos" gleichermaßen versteht, kommt, da ist sich Döring sicher, bei diesem Roman eigentlich jeder auf seine Kosten.