Statt eine Inhaltsangabe von Wolf Haas neuen Krimi "Das ewige Leben" zu liefern, führt Rezensent Ijoma Mangold lieber einige "technische Daten" an, um den Kennern vor Augen zu führen, warum "der neue Wolf Haas" wieder von "so ausgezeichneter Markenqualität" sei. Nicht weniger als vierzehn Gründe fallen dem Rezensenten ein, die für "Das ewige Leben" sprechen. Hier in geraffter Form: 1.) Serie. Auch in Haas' sechstem Krimi spielt Simon Brenner, der Ex-Polizist, die Hauptrolle. 2.) Lokalkolorit. Alle typisch österreichische Motive wie Weltschmerz, Selbstmord und Sigmund Freud sind präsent. 3.) Todesbewusstsein (vgl. auch Lokalkolorit). 4.) Vertrauen. Obwohl erst zum Schluss aufgelöst wird, wer sich hinter der Stimme des Ich- Erzählers verbirgt, stehe der Leser mit dieser Phantomstimme, die ihn ständig mit "du" anspricht, von Anfang an auf vertrautem Fuß. 5.) Soziologie. Haas erweist sich als ein "Empiriker der feinen, aber auch der groben Unterschiede". 6.) Weisheit. Fast immer in der Form von Lebensweisheit, denn Brenner sei "quasi Philosoph". 7.) Bildverarbeitung. Der Rezensent würdigt hier die "absolute Präzisionsarbeit - gerade im extravaganten Manierismus". 8.) Stil. Einerseits von schwelgerischem Selbstgenuss, andererseits auch von großer Prägnanz. 9.) Logik. Sie ist immer verschoben, aber systematisch verschoben. 10.) Spannung. 11.) Lektorat. "Eins a". 12.) Gesellschaftskritik: "absolut vorhanden". 13.) Lektüre-Verhalten. "Überaus geschmeidig", freut sich Mangold, "doch weder ölig noch von konfektionierter, widerstandsloser Glätte." 14.) Kultstatus. Haas ist in Österreich ein Kultautor, in Deutschland noch ein Geheimtipp. Vierzehn Gründe also, warum man das Buch lesen muss.