Rezensentin Sarah Elsing freut sich, dass die Autorin Carolin Würfel ihr mit zwei Sachbüchern begonnenes Projekt, das Verweben von Frauenleben und (ostdeutscher) Geschichte jetzt in Romanform fortsetzt: Die Ich-Erzählerin nimmt sich vierzig Wochen Zeit, am Meer in einem anderen Land ihre eigene Freiheit zu erkunden, kann aber ihre eigene Geschichte mitsamt Trauma nicht einfach zuhause lassen. Nach und nach entfalten sich die Geschichten ihrer Vorfahrinnen, etwa einer Großmutter, die sich ertränkt hat, oder einer Schwester, die ungewollt schwanger wurde, erfahren wir. Dies wird verknüpft mit tagebuchartigen Passagen zum eigenen Befinden, aber auch zur Literatur und zu Autorinnen, die sich wie Sylvia Plath das Leben genommen haben. Elsing lobt, wie Würfel hier Individual- und kollektive Frauengeschichte miteinander verbindet, um von den oftmals tödlichen Wirkungen des Patriarchats zu erzählen.