Gut recherchiert und informativ findet Rezensent Thomas Wagner den Roman von Cristina Henríquez über den Bau des Panama-Kanals. Prägnant gelingt es der Autorin, soziale Dynamiken, den Rassismus der amerikanischen Siedler gegenüber den Einheimischen und die prekären Lebensumstände der Arbeiter darzustellen, die aufgrund der harten Bedingungen und schlechten Verdienste häufig zu Alkohol und Drogen greifen. Im Mittelpunkt stehen unter anderem die sechzehnjährige Ada Bunting, die hofft in Panama Arbeit zu finden, ein Fischhändlerehepaar und der Malaria-Arzt John Oswald, der versucht, die unter den Arbeitern verbreitete Krankheit auszurotten, erklärt Wagner. Die Stärken des Buches liegen darin, die gesellschaftlichen "Zwänge" klar zu machen, denen die Figuren unterliegen, auch das Macht- und Reichtumsgefälle zwischen den Siedlern und der panamaischen Bevölkerung wird deutlich, allerdings gelingt es Henríquez nicht ganz, diese sprachlich im Denken und Fühlen ihrer Charaktere auszudrücken. Zudem stören die häufig gesetzten Rückblenden die Erzähldynamik, bemängelt Wagner, der ihren Roman daher nur literarisch "streckenweise" überzeugend findet.