Tobias Rüther findet Ta-Nehisi Coates einfach klasse. Wenn der Star-Intellektuelle des Atlantic-Magazines die acht Jahre von Präsident Barack Obama in seinen Essays dokumentiert, dann liest der Rezensent darin gleich drei Geschichten: Den persönlichen Bildungsroman eines jungen Journalisten, die Ära des ersten schwarzen amerikanischen Präsidenten und die Entwicklung der USA in dieser Zeit. Der Titel gibt dabei in seiner Kombination aus Stolz und Resignation den Ton vor, auch wenn Rüther schreibt, dass Coates' Stil eher suchend, fragend sei. In der Sache wird er offenkundig schärfer. Aber auch da geht Rüther d'accord. Coates' Grundthese ist, dass es allein der Rassismus gewesen ist, der nach Obama eben Donald Trump ins Weiße Haus gebracht habe (und nicht die Verarmung der weißen Mittelschichten). Auch dass die USA noch immer nicht "die Bedeutung von Rasse" erkannt hätten, lernt Rüther aus diesem Band. Wo man doch eher denken könnte, dass sie besessen davon sind.