Kaum einer, der dem Zürcher Literaturwissenschaftler das Wasser reichen kann, schwärmt Andreas Isenschmid, der so hinreißend formuliere und die Kunst der wissenschaftlichen Erzählung beherrsche. Diesmal aber belässt es von Matt nicht bei der Literaturhistorie, und obwohl er auch in früheren Büchern schon mal die Politik gestreift hat, vollzieht er aus Isenschmidts Sicht diesmal eine systematische Kehrtwende und begibt sich auf politisches Terrain, wobei ihm die Literatur als Reflektionsmedium dient. Damit reihe sich von Matt unter die "kritischen Patrioten" ein, meint der Rezensent, wie die Schweiz - zuletzt mit Frisch und Dürrenmatt - einige hervorgebracht habe. Nebenbei könne man sich hervorragend über die Schweizer Schriftsteller wie Keller, Gotthelf und Meyer, Robert Walser, Glauser, Widmer, Hürlimann und all die anderen informieren, so Isenschmidt - nur Muschg werde leider vernachlässigt und auch die Frauen kämen entschieden zu kurz. Die Texte in dem Band sind aus verschiedenen Anlässen - öffentliche Reden, Aufsätze, Vorlesungen - entstanden und wechseln entsprechend die Schauplätze der Schweizer Geschichte. Insgesamt gehe es dem Autor darum, die Schweizer Selbststilisierung als "Hort des ewigen Friedens" zu unterminieren, fasst Isenschmid zusammen.