Andreas Breitenstein kriegt sich gar nicht ein angesichts von Adam Zagajewskis neuem, im Original schon 2011 erschienenem Buch. Ein Buch für Sehnsüchtige, schreibt er, das die Kunst ernst und das Leben heiter nimmt. Breitenstein schätzt den Überschwang und die Ironie des Autors, seine Abgeklärtheit und seine Gelehrtheit und die Verbindung von Abstraktion und Anschauung, von Essay und Erzählung in diesem Text. Dass der Autor ein Wegweiser durch das Unwichtige zum Wichtigen ist, wenn er sich emphatisch zur Kunst als einem utopischen Ort bekennt, weiß der Rezensent sicher. So folgt er Zagajewski bereitwillig durch seine Familiengeschichten, die polnische Heimat, die Lebensstationen eines widerständigen Dichterlebens. Was er liest, scheint ihm anschaulich in der Anekdote und der Epiphanie, voller Witz und Weisheit. Und die Kunst erscheint ihm wie selten in ihrer existenziellen Bedeutung.