Mit ehrfürchtigem Staunen über die große Kunst dieses Autors hat Ulrich Greiner Philip Roth' neuen Roman gelesen, dessen tragisches Ende für ihn vom ersten Satz an feststeht, und dessen Verlauf er dennoch mit Atemlosigkeit folgte, wie er schreibt. Mit diesem Buch, so Greiner, zeige sich der 77-jährige Amerikaner erneut auf der Höhe seiner Kunst. Grandios und mit dem Präzisionsblick eines Unfallchirurgen, den nichts mehr schrecken könne, widme sich Roth in dieser Geschichte eines alternden Schauspielers, der sich in einer fatalen Beziehung zu einer jüngeren, kindlich grausamen Frau verliert, der animalischen, verdorbenen Seite des Menschen. Es gebe kein Ausschmücken, kein Verweilen, warnt Greiner: Mit umstandsloser Härte steuert Roth auf sein Erzählziel, den Tod seines Protagonisten zu. Nobelpreiswürdig findet der Kritiker das übrigens - ein Buch, das zwar nicht zur Verbesserung der Welt beiträgt, aber viel zu ihrer Erkenntnis.