Die Relevanz der Arbeit Roberto Savianos zeigt sich für Andreas Rossmann auch in dessen Buch "Das Gegenteil von Tod". Nach seinem Bestseller "Gomorrha", indem der italienische Journalist sich mit den Machenschaften der Camorra auseinandersetzte, schreibt Saviano nun Prosa, erfährt der Leser der Rezension. Und das, informiert Rossmann, hat nicht zuletzt praktische Gründe, schließlich lasse sich mit Personenschutz schlecht investigativer Journalismus betreiben. Auch diesmal aber ist Süditalien der Schauplatz der Handlung. In lakonischer, aber dennoch "grundsätzlicher" Weise, befindet der Rezensent, erzählt Saviano zwei kurze Geschichten: Die von Maria, deren Verlobter wie zahlreiche andere Italiener aus dem perspektivlosen Süden als Söldner in Afghanistan starb. Und die eines namenlosen "Mädchens aus dem Norden", das einen ebenfalls namenlosen Ich-Erzähler zu einer Hochzeit in einem schäbigen süditalienischen Ort begleitet und Jahre später zurückkehrt. In diesen zwei Frauenfiguren sieht Rossmann den Konflikt zwischen Italiens Norden und Süden manifestiert; und auch einen Vorwurf an die Öffentlichkeit kann der Rezensent ausmachen. Saviano schreibt, was sich sonst kaum einer zu schreiben traut, ist er sich sicher. Das macht ihn für den Rezensenten zur "derzeit wichtigsten Stimme Italiens".