Hakan Nesser kennt Rezensentin Sylvia Staude als einen Autor, der unaufgeregt von den Abgründen des Menschseins erzählen kann, so auch in seinem neuen Roman, der mit dem Mord an einem Sportlehrer beginnt, der sich heimlich, trotz seines Fitness-Fimmels, eine Pizza bestellt, aber stirbt, bevor er sie essen kann. Sein Mörder, weiß Staude als Leserin vor den Ermittlern, ist der fünfzehnjährige Erik, der sich auf die Mission gemacht hat, etwas mehr Gerechtigkeit durchs Töten herzustellen. Er rächt seine Mitschüler, später seine Schwester und Mobbingopfer, verrät die Kritikerin. Ihr gefällt, wie Nesser auch noch eine Liebesgeschichte mit den Elementen verbindet, die das Leben von Teenagern erleuchtet, die im Leben öfter mal falsch abbiegen und trotzdem sehr differenziert gezeichnet werden.