"Was für ein Buch", jubelt Rezensent Marko Martin nach der Lektüre des neuen Romans des Amerikaners Paul Theroux, der ihm hier erzählt, wie aus dem jungen Eton-Absolventen Eric Blair der berühmte George Orwell wurde. Vom Vater im Jahr 1922 ins damalige Burma zur Polizistenausbildung geschickt, fühlte sich der junge Blair fremd unter den britischen Kolonialherren, durchschaute zudem die Hierarchien nicht - passte sich aber zunächst an, indem er zahlreiche Affären mit einheimischen Frauen, Hausangestellten und Prostituierten einging und Auspeitschungen und Verhaftungen von einheimischen Straftätern befahl, resümiert der Kritiker. Jene Jahre, die Orwell später in seinem Roman "Tage in Burma" fiktionalisierte und die Michael Shelden in seiner Orwell-Biografie recherchierte, hat Theroux nun zu einem virtuosen Roman gefasst, freut sich Martin. Auf knapp sechshundert Seiten schenkt der Autor dem Kritiker eine spannende Mischung aus psychologischem Feingefühl, Präzision, temporeichen Dialogen, genauer Kenntnis des Landes und "sensualistischer Sensibilität". Für Martin schlicht ein "Meisterwerk".