Ganz klar wird nicht, wie Rezensent Peter Urban-Halle zu Karl-Ove Knausgårds neuem Roman steht. Jedenfalls handelt es sich um eine Art Faust-Paraphrase, die Hauptfigur heißt Kristian Hadeland, ist ein Künstler, der am liebsten groß denkt: Als er beschließt sich umzubringen, blickt er noch einmal auf sein Leben zurück. Zudem tritt eine Mephisto-Figur auf, die den Protagonisten eher intellektuell als erotisch herausfordert, sowie eine Theaterregisseurin, über die, in einer selbstreflexiven Volte, eine Doktor-Faustus-Aufführung ins Spiel kommt, resümiert der Kritiker. Wie schon im ersten Band der "Morgenstern"-Reihe, deren vierter Band die vorliegende Veröffentlichung ist, geht es wieder viel um Religion, fährt Urban-Halle fort. Im Vergleich zu anderen Büchern Knausgårds wirkt das aktuelle einigermaßen in sich geschlossen, meint der Rezensent, wobei der Norweger auch diesmal keinen klassischen Abschluss findet. Was Urban-Halle von all dem hält, verrät er uns am Ende nicht, die großen Fragen um Glaube und fehlende Gewissheit, die Knausgård hier wieder einmal wälzt, scheinen ihn aber schon zu interessieren.