Ein wichtiges Buch hat Nicole Henneberg geschrieben, meint Rezensentin Lerke von Saalfeld. Gewidmet ist es dem Leben der Journalistin und Schriftstellerin Gabriele Tergit, die eine wichtige Stimme in der Weimarer Republik war, seither jedoch weitgehend vergessen wurde. Die Rezensentin zeichnet entlang des besprochenen Buchs das Leben Tergits nach, die in Berlin in einer jüdischen Unternehmerfamilie aufwuchs, einen ebenfalls jüdischen Architekten heiratete, vielbeachtete Feuilletons, 1931 auch einen Roman schrieb und 1933 ins Exil ging. Nach anderen Stationen landete sie schließlich in London, wo sie heimisch wurde und auch weiter publizierte, ohne freilich, erfahren wir, an alte Erfolge anschließen zu können. Das alles ist laut Saalfeld einfühlend und genau beschrieben, auch auf die Außenseiterstellung Tergits im Literaturbetrieb der Nachkriegszeit komme die Biografin zu sprechen, bis auf Alfred Döblin hielt kaum jemand zu der Autorin, ein zweiter Roman erschien erst 2021 posthum. Die Rezensentin hofft, dass diese starke Biografie dabei hilft, Tergits Werk wieder verfügbar zu machen.