Auf die falsche Fährte führt der Titel, meint Rezensent Hubert Winkels. Schließlich gehe es in Anselm Oelzes Roman keineswegs mythologisch, sondern ganz im Gegenteil alltags- und gegenwartsnah zu. Konkret dreht sich das Buch um sieben Menschen, die mit diversen lebensechten Problemen behaftet sind, und die es allesamt im Verlauf der Handlung von Mitteleuropa in den Süden, genauer gesagt nach Südamerika zieht. Dem studierten Philosophen Oelze gelingt es dabei, lobt Winkels, ethische Fragestellungen auf die Konkretion der Lebenspraxis herunter zu brechen, etwa wenn das professionelle Selbstverständnis einer Ethnologin thematisiert wird oder die Gewissenskonflikte eines serbischen Soldaten behandelt werden, der gleichzeitig Tiere liebt und Menschen tötet. Ganz zufrieden ist Winkels dennoch nicht: Oelzen bleibt letztlich, moniert er, durchweg einem im weiteren Sinne realistischen Stil verhaftet, die philosophischen Fragestellungen schlagen nicht auf die sprachliche Ebene durch.