Liebevoll und ausgiebig zitierend schreibt Jochen Schimmang, selbst Schriftsteller, über Angelika Overaths Annäherung an den Ort Sent im Unterengadin, ein Dorf, in dem bis weit in den März hinein Schnee in den weißesten Schattierungen liegt und dessen Flüsse, je nachdem auf welchem Berghang sie entspringen, ins Schwarze Meer, die Nordsee oder die Adria münden, denn das Engadin, so lernt Schimmang von Overath, ist die wichtigste Wasserscheide Europas. Overath hat sich mit ihrer Familie in Sent niedergelassen, und Schimmang staunt, wie präzise die Autorin dieses Ankommen in einer doch recht fremden, überdies romanischsprachigen Welt beschreibt. Eine Menge Grenzen muss Overath hierfür überwinden - und Missverständnisse: Das Schild:? Na pavlar ils chavals?, das an den Weiden steht, hatte sie mit "Nicht mit den Pferden sprechen" übersetzen wollen. Aber nein. "Pavlar" heißt füttern.