Paul Jandl zeigt sich dankbar für den Protagonisten in Jonas Lüschers neuem Roman "Kraft", den Lüscher "frierend, nackt und mutterseelenallein, die Reste einer Wasserlilie ums Gemächt gewickelt" durch San Francisco irren lässt und damit den perfekten "Ecce-Homo-Moment" in der Geschichte der Schweizer Literatur kreiert. Lüschers Hauptperson, der Intellektuelle Kraft, treibt auf den finanziellen und persönlichen Ruin zu und glaubt sich nur mittels eines Referatswettbewerbs im amerikanischen Silicon Valley, dessen Gewinner eine Million Dollar bekommen soll, retten zu können. Jandl ist begeistert von diesem ambivalenten, manchmal antiquiert-künstlichen Gesellschaftsroman, bei dem Lüscher seine Figuren immer weiter in die Form hineinwachsen lässt, die er für sie geschaffen hat.