Christopher Schmidt liebt die rhetorisch meisterliche Lakonie Don Winslows. Ein Glück, dass der Autor mit Miniemphasen und hardboiled Stil-Proben auch in diesem Buch nicht spart. Für Schmidt kommen Handlung und Sprache dadurch erst so richtig in Fahrt und verdecken die prinzipielle Unterdeterminiertheit des Plots. Was den Thriller für Schmidt noch lesenswert macht, sind Winslows in der Geschichte um eine Kindsentführung niedergeschriebene Wut über Amerikas Nachlässigkeit im Umgang mit seinen Kindern sowie die gekonnte Regie, die Menschenhandel, Prostitution, einen korrupten Cop und alle möglichen Mobster-Händel lässig unter einen Hut bringt, wie Schmidt erklärt.